Meine Masterarbeit als Fachbuch?!

Heute habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich eine Email bekam wo es darum ging, meine Masterarbeit als Fachbuch herauszubringen. Gut die Freude war jetzt auch nur von kurzer Dauer als ich erfahren habe, dass eigentlich auch alle meine Studienkollegen die gleiche Mail bekommen haben.

Gut. Was soll ich sagen. Natürlich vergönn ich das meinen Studienkollegen sehr. Aber der Fakt, das gleich so viel angeschrieben wurden und auch noch von den unterschiedlichsten Studiengängen, machte mich stutzig. Deswegen frag ich jetzt hier mal, ob eventuell noch jemand von euch solch eine Mail bekommen hat. Was steckt dahinter?

Sehr geehrter Herr [XXXXXXX],

mein Name ist Ecaterina Gaina und ich schreibe Ihnen, da ich bei einer Literaturrecherche auf das Thema Ihrer Abschlussarbeit „Der Titel meiner Arbeit“ aufmerksam wurde.

Für den AV Akademikerverlag bin ich aktiv auf der Suche nach aktuellen wissenschaftlichen Manuskripten, die das Potential für eine Buchveröffentlichung haben könnten.

Sollten Sie Interesse an einer – für Sie kostenfreien – Publikation Ihrer Abschlussarbeit als Fachbuch haben, so würde ich mich freuen, Ihnen weitere Informationen per Email zu zuschicken.
Freundliche Grüße sendet Ihnen Ecaterina Gaina Autorenbetreuung AV Akademikerverlag ist ein Imprint der OmniScriptum GmbH & Co. KG Heinrich-Böcking-Str. 6-8 D – 66121 Saarbrücken e.gaina (at) akademikerverlag. de www . akademikerverlag . de Persönlich haftende Gesellschafterin: VDM Management GmbH Registergericht/nummer: Handelsregister Amtsgericht Saarbrücken HRB 18918 Geschäftsführer : Thorsten Ohm (CEO)

Tom Cz

Bin ein bayerischer SEO und WebDeveloper. ➤ Technical SEO ➤ Google Analytics ➤ Google Tag Manager

26 Gedanken zu „Meine Masterarbeit als Fachbuch?!

  1. Ich habe nach meinem Abschluss ganz naiv bei AV „publiziert“. Und ärgere mich bis heute darüber. Nach meiner Erfahrung ist mein Buch nun für die Fachwelt verloren, denn AV verbietet sogar das Inhaltsverzeichnis bei GoogleBooks (u.ä.) zu veröffentlichen. Dadurch bin ich vom vielleicht wichtigsten Recherchemedium abgeschnitten. Der extrem hohe Preis führt immer wieder dazu, dass Bibliotheken, die das Buch gerne hätten darauf verzichten müssen. Ohne Einsicht ins Inhaltsverzeichnis wills halt keiner kaufen. Verständlich – mache ich nicht anders. Sobald man den Vertrag unterschrieben hat ändert sich der Ton vom Verlag: plötzlich wird auf Rückfragen nur noch auf die rechtlichen Verbote und die totale Einschränkung des Autors verwiesen. Ich habe das Gefühl, meine Arbeit quasi verloren zu haben. Fazit: ich könnte niemandem dazu raten und schade drum, denn die Idee von Publish on demand finde ich eigendlich gut.

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    1. Hallo ISS, bitte melden Sie sich doch einmal direkt bei mir, ich habe ein paar Fragen zu Ihren Erfahrungen. Danke, viele Grüße, L. Greiner

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  2. Bei mir war es umgekehrt: Ich habe eine Veröffentlichung dieses Verlages gesehen und wollte wissen, dabei sind mir 2 Dinge aufgefallen:
    1) Das Buch handelt von einem Maler, die Fotos sind aber schwarzweiß!
    2) Alle Schreibfehler aus dem Manuskript sind auch im Buch enthalten.
    Da ich gerade an einem Buch über denselben Maler arbeite, habe ich den Verlag kontaktiert. Erst nach mehrmaligem Nachfragen habe ich kapiert, wo der Haken ist:
    1) Ich muss allen Museen, Bibliotheken etc. Exemplare abliefern und die muss ich dem Verlag teuer abkaufen.
    2) Da es sich um eine kommerzielle Veröffentlichung handelt, muss ich auch für die Rechte sorgen.
    3) Der Verlag druck immer nur jene Exemplare, die bestellt werden. Dafür bekommen ich dann etwa 1/4 des Ladenpreises.
    4) Geld bekomme ich nur bei entsprechendem Umsatz, andernfalls nur Gutscheine.
    Daher habe ich mir ausgerechnet, dass eine Veröffentlichung im Eigenverlag billiger kommt.

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  3. Hallo,

    vorgestern habe auch ich eine solche mail bekommen. natürlich habe ich mich sehr geschmeichelt gefühlt…aber es kam mir dennoch komisch vor. daher habe ich heute recherchiert. ich bin froh, dass es noch andere Leute gibt, denen es so ergangen sit wie mir. ich werde ebenfalls davon die finger lassen. lieber Gruss

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  4. Hallo,

    ich habe auch eine Anfrage erhalten.
    Habe aber eher Bedenken, wegen einer potentiellen Klage wegen Plagiaten usw. und der Strafe, welche dann zu zahlen ist.
    Natürlich habe ich sehr gut gearbeitet. Habe jedoch gehört, dass es Agenturen gibt, welche gezielt Verfasser von Arbeiten verklagen und irgendetwas kann man wohl in jeder Arbeit finden….

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  5. @Monika Jürgens: vielen Dank für den Link zu dem Artikel auf slate.com! Sehr aufschlussreich.

    Mir ist die ganze Sache zu dubios. Es scheint eine gut funktionierende Masche zu sein Absolventen mit dieser schmeichelhaften Anfrage zu locken. Am Ende hat das daraus resultierende Buch mit einer professionellen Veröffentlichung wohl genauso wenig zu tun wie das Fotobuch vom letzten Urlaub mit einem Bildband aus dem Buchladen.
    Ich möchte mir nicht anmaßen, dass meine Magisterarbeit ohne vorhergehendes Lektorat zum Verkauf angeboten würde. Der Autor profitiert außerdem nicht einmal davon eine Publikation sein eigen nennen zu können, weil sie unter diesem Verlagsnamen nichts wert ist.

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  6. Weiß jemand, wie das mit der Vergütung aussieht? Hab bislang noch keine Infos dazu gefunden. Ich geh mal stark davon aus, dass sich der Verlag etwas vom Verkaufspreis abzwickt, aber wie viel???

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  7. Hallo,

    habe letzte Woche auch so eine Mail erhalten und bin nun wirklich unschlüssig, wie ich damit umgehen soll. Zumal meine Arbeit nur ein Teil eines wesentlich gößeren Projektes an meiner ehemaligen Fakultät ist und sich Teile der Arbeit weiterentwickeln werden und ich dann nicht mehr als alleiniger Autor angesehen werden kann & will! Kann mir jemand einen vernünftigen Rat geben?

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  8. Hallo dale-gribble, DerMaestro und Sasha,

    DerMaestro hat es genau richtig erkannt. Wir recherchieren in den öffentlich zugänglichen Bibliothekts-Katalogen der Hochschulen. Dort ist der Titel der Arbeit aufgeführt und wir schreiben den/die Absolventen/in an, um die komplette Arbeit, die sich gegebenenfalls zur Publikation eignet, zu erfragen. Ist die Arbeit geeignet, folgt ein Publikationsangebot.
    Übrigens ist unsere Verlagsgruppe bei der Franfurter Buchmesse vertreten. Gerne können Interessenten uns in Halle 4.2 an unserem Stand K51 besuchen, um sich in einem persönlichen Gespräch ein Bild zu machen. Die Besuchertage sind Samstag und Sonntag, 11./12. Oktober.

    Beste Grüße aus Saarbrücken,
    Julia Wittgenstein

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  9. Hallo, habe auch ein solches Angebot erhalten und bin froh, hier etwas dazu lesen zu können. Man ist geschmeichelt – keine Frage! Werde ebenfalls die Finger davon lassen! Liebe Grüße

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  10. Also ich habe mich auch dagegen entschieden.
    Denke nicht, dass sich eine solche Publikation in irgendeiner Weise positiv auf den Lebenslauf auswirkt und ansonsten bringt das ohnehin nichts.

    ad Monika Jürgens: Vielen Dank für diesen Artikel! Der ist wirklich aufschlussreich.

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  11. Wie auch schon meine Vorgänger es hier deutlich beschrieben haben, habe auch ich eine solche Anfrage erhalten. Die Nachricht erhielt sogar auf meine Firmen-Mail-Adresse. Auch hier wurde der Titel meiner Arbeit genannt und darüber hinaus auch die Hochschule an der ich studiert habe.
    Was mich wie vermutlich die Meisten hier brennend interssiert ist wohl:
    – WOHER HAT DER VERLAG DIE DATEN??? –

    Die Frage wendet sich an prinzipiell an alle, jedoch speziell an Frau Julia Wittgenstein!
    Ich bitte ausdrücklich um Erklärung.

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  12. Habe ebenfalls dieses mail vor zwei Wochen bekommen. Habe Interesse bekundet und ein weiteres mail mit der Aufforderung das Manuskript hochzuladen erhalten. Nach meiner Internetrecherche über den Akademikerverlag bin ich zur Einsicht gelangt, dass meine Arbeit für diesen Verlag viel zu gut ist. Will ich meine Arbeit unbedingt veröffentlichen, bin ich besser dran, wenn ich ein bisschen Geld in die Hand nehme und im Eigenverlag veröffentliche. Verkaufen werde ich da zwar auch nichts, aber die Rechte bleiben bei mir und den Preis – die Verkaufspreise des AV sind absurd hoch – bestimme ich selbst.

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  13. Hallo,

    ich arbeite für den AV Akademikerverlag und beantworte gern alle aufgekommenen Fragen.
    Es stimmt, dass wir viele Absolventen ansprechen, da wir zu diesem Zeitpunkt die Arbeit (in den meisten Fällen) noch nicht oder nur teilweise lesen konnten und nur das Thema der Arbeit kennen.
    Wenn der kontaktierte Absolvent Interesse an einer Publikation hat, erhält er die Details zur Veröffentlichung und kann uns das Manuskript unverbindlich zusenden. Erst hier können wir sehen, ob sich die Arbeit tatsächlich zur Publikation eignet. Ist das der Fall, erhält der potentielle Autor ein Angebot zur kostenlosen Publikation im AV Akademikerverlag.
    Alle anfallenden Kosten (z.B. für die ISBN und die Listung in allen wichtigen Katalogen) trägt der Verlag.
    Die Druckqualität war tatsächlich früher ein Problem, ist aber inzwischen sehr hoch.
    Unser Angebot ist sehr fair, es entstehen dem Autoren keine Kosten (auch keine versteckten). Natürlich wird man mit der Veröffentlichung wissenschaflticher Literatur in der Regel nicht reich, da möchten wir keine Illusionen machen, aber in anderen Verlagen muss man für eine Publikation (z.B. einer Dissertation) als Autor bezahlen (und das oft nicht wenig).
    Deshalb ist unser Angebot sehr beliebt, auch wenn unsere Vorgehensweise, aktiv auf potentielle Autoren zuzugehen, ungewöhnlich ist.

    Beste Grüße,
    Julia Wittgenstein, AV Akademikerverlag

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  14. Hallo ihr Lieben!
    Hab auch das gleiche bekommen.
    Wisst ihr was es damit auf sich hat? Wenn man das jetzt machen würde, wie würde das dann aussehen?

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    1. Kann ich dir leider auch nicht sagen. Ich habe nicht mehr nachgefragt. Vor ein paar Tagen kam noch eine Mail:

      Sehr geehrte XXXXXX,

      vor einiger Zeit kontaktierte ich Sie einer Publikation Ihrer Abschlussarbeit im AV Akademikerverlag betreffend.

      Nachdem ich bisher keine Rückmeldung von Ihnen dazu erhalten habe, bitte ich um eine Rückmeldung ob Interesse Ihrerseits an einer Zusammenarbeit besteht. Ich würde Ihnen gerne weitere Informationen über unsere Dienstleistungen zukommen lassen.

      Ich würde mich freuen, wieder von Ihnen zu hören!

      Aber wenn du noch was weißt, sag bescheid.

      Grüße Tom

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  15. Hallo ISS,

    es tut mir leid zu hören, dass Sie unzufrieden mit Ihrer Publikation sind.
    Aber ich hoffe, ich kann einige Dinge, die Sie angesprochen haben, richtigstellen.

    Sie haben Ihre Arbeit ganz sicher nicht verloren, indem Sie sie bei uns veröffentlicht haben. Sie haben auch weiterhin das Recht, Ihre Arbeit kostenlos zum Download (z.B. auf dem Uni-Server oder Ihrer privaten Homepage) anzubieten, d.h. Interessenten können sich nicht nur das Inhaltsverzeichnis ansehen, sondern die komplette Arbeit. Keineswegs möchten wir als Verlag Ihnen die Arbeit „wegnehmen“. Falls Sie da falsch informiert wurden, tut mir auch das leid. In den AGB steht aber alles eindeutig drin.
    Was Ihnen selbstverständlich auch nach wie vor frei steht, ist, Teile Ihrer Arbeit für andere Veröffentlichungen (z.B. Paper oder Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften) zu verwenden.
    Ich hoffe, ich konnte etwas für Klarheit sorgen.

    Beste Grüße,
    Julia Wittgenstein, AV Akademikerverlag

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    1. Hallo Frau Wittgenstein,

      besten Dank für Ihre Hinweise.

      Ich habe ebenfalls von Frau Gaina eine eMail bekommen.

      Wenn die Druckqualität nun besser ist und es eine Lösung zur online – Veröffentlichung von Teilen der Arbeit gibt, so werde ich vermutlich dieses Angebot annehmen.

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  16. Habe – genau so wie der Großteil meiner StudienkollegInnen – dieselbe Erfahrung gemacht. Die E-Mail hatte bei allen exakt denselben Inhalt. Allerdings schließe ich eine Veröffentlichung beim Akademikerverlag aus. Denn dieser gehört zum VDM Verlag, der vor allem dadurch bekannt wurde Wikipedia-Artikel zu drucken und als Bücher teuer zu verkaufen. Anscheinend ist auch die Qualität der Bücher des Akademikerverlags nicht die beste.

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  17. Mich würde eher interessieren woher ihr eigentlich meine Email-Adresse und das Thema meiner Abschlussarbeit habt? Ich habe das nirgendwo angegeben, außer bei meiner Uni.

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    1. Bei mir es dasselbe – im Internet ist nirgendwo sichtbar, dass ich dieses Thema bearbeite und trotzdem kam diese E-Mail. Anscheinend hat man in meinem Fall die Online-Suchfunktion unserer Bib benutzt; da ist die Zuordnung nämlich drin.

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  18. Das würde mich auch interessieren! Woher habt ihr meine private uni e-mail adresse? Und überhaupt, wie seid Ihr auf die Arbeit gestoßen, denn diese wurde nirgendswo veröffentlich!

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